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DISKUSSION ZUM FREIKAUF AUS DER DDR - HALLE 05.09.13 |
Die Deutsche Gesellschaft e.V. hatte gemeinsam mit dem Zeit-Geschicht(n) Verein Halle, BILD Deutschland und dem Mitteldeutschen Verlag zu einer Podiumsdiskussion in die Thalia-Buchhandlung eingeladen. Es diskutierten: Dr. Christoph Bergner, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern. Das Bundesministerium hat vor kurzem die Akten der Bundesrepublik Deutschland zum Freikauf, mit dem vor 50 Jahren begonnen wurde, in einer Publikation veröffentlicht. Ludwig A. Rehlinger, Staatssekretär a.D. im Bundesministerium für Innerdeutsche Beziehungen - er war der Verhandlungsführer der Bundesregierung für den Freikauf. Seine anschaulichen Schilderung der Abläufe, die heute unglaublich erscheinen, haben das Publikum tief beeindruckt. Uta Franke, Zeitzeugin, wurde 1981 freigekauft. Verhaftet wurde sie aufgrund der Verbreitung eines staatsfeindlichen Flugblattes. Die Moderation übernahm Dr. Andreas H. Apelt, Vorstandsbevollmächtigter der Deutschen Gesellschaft e.V. Der Freikauf von politischen Häftlingen durch die Bundesregierung war über Jahrzehnte ein lukratives Devisengeschäft der DDR. Zwischen 1963 und 1989 wurden insgesamt 33.755 Häftlinge freigekauft. Für den Nachschub sorgten die mit politischen Gefangenen gefüllten Haftanstalten. Die Geschichte des Freikaufs entlarvt die Verlogenheit des SED-Staates, der seine sozialistische Ordnung als höchstes Ideal propagierte und dennoch mit dem Menschenhandel Devisen erwirtschaftete.
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