
| Elbe-Day – Torgau 24.04.15 |
Vor dem Torgauer Rathaus wehten am letzten April-Wochenende neben der deutschen auch die russische und die amerikanische Fahne. Die Stadt beging den "Elbe-Day". Hier reichten sich vor 70 Jahren auf einer Brücke über die Elbe sowjetische und amerikanische Soldaten erstmals die Hände. Am Freitagabend nahm Dr. Bergner aus diesem Anlass auf Einladung seines Bundestagskollegen Marian Wendt an einer Podiumsdiskussion im Ratssaal teil. Es war alles andere als langweilig. Die aktuelle außenpolitische Situation sorgt dafür, dass sich zunehmend Routine darin einstellt, Argumenten entgegen zu treten, die man sonst nur aus den russischen Medien kennt. Wenn ein nicht unwesentlicher, jedenfalls ein besonders lautstarker Teil des Publikums, die Vereinigten Staaten von Amerika als Grund allen Übels auf dieser Welt ansieht und die Annektion der Krim nicht als aggressiven Akt Russlands einstufen kann, ist es angebracht, zu diskutieren. Es ist zu einfach und wäre zu kurz gegriffen, diese Menschen mit ihrer Deutung als "Putinversteher" oder "Verschwörungstheoretiker" einzustufen, daher soll das an dieser Stelle nicht geschehen. Doch die Suche nach Wegen gestaltet sich schwierig, wie wir auch innerhalb unserer Gesellschaft gerade im Hinblick auf Russland wieder in einen echten Dialog eintreten können, auf eine Weise in der ein wirklicher Austausch möglich ist und sich nicht jede Seite nur Argumente heraussucht, die ihrer vorgefassten Meinung entsprechen.
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