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Halles Universität untersucht den Genozid an den Armeniern - MZ 15.09.10

Erstmals untersucht die Uni Genozid an den Armeniern

Armenuhi Drost-Abgarjan als Gastprofessorin berufen.

VON MICHAEL DEUTSCH

HALLE/MZ - Halles Universität hat gerufen, zur Berufung einer Gastprofessur - einer ganz besonderen. Und so schaute Armeniens Bildungsminister Armen Aschotyan gestern gleich selbst mal in Halle vorbei, um eine gestandene Wissenschaftlerin aus seinem Heimatland zu beglückwünschen.

Die Orientalistin und Armenologin Armenuhi Drost-Abgarjan hat eine Gastdozentur für Armenische Studien erhalten. Erstmals an Halles Uni, erstmals dieser Art in Deutschland überhaupt. Für die nächsten drei Jahre wird die Stelle vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit rund 110 000 Euro gefördert. Im Beisein des Ministers übergaben Halles Uni-Rektor Prof. Udo Sträter und Manja Hussner vom DAAD am Dienstagnachmittag den Zuwendungsbescheid.

Doch die Berufung ist mehr als ein bürokratischer Akt. Sie ist das i-Tüpfelchen auf dem kleinen und doch bedeutsamen Studiengang "Wissenschaft vom christlichen Orient". Drost-Abgarjan, die sich mit der christlichen Tradition, Kultur, Religion, Sprachen und Kirchen im Orient beschäftigt, behandelt gleichwohl auch ein altes Tabu-Thema in ihren Seminaren: den Genozid an den Armeniern von 1915. Die Türken vertrieben damals rund 1,8 Millionen Armenier, fast 1,5 Millionen Menschen wurden ermordet. "Zwei Forschungsschwerpunkte sind diesem Thema am Orientalischen Institut gewidmet", erklärt die 55-Jährige. Einerseits untersuche man das Massaker, andererseits seine Auswirkungen auf die armenische Kultur, so die Wissenschaftlerin.

Jahrzehntelang sei der Massenmord verschwiegen worden - auch in Deutschland. Drost-Abgarjan erinnerte an die Bemühungen des Theologieprofessors Herrmann Goltz, der die Arbeitsstelle für Armenische Studien MESROP in Halle leitet. Goltz hatte 2005 mit dem halleschen CDU-Politiker Christoph Bergner einen Parlamentsantrag zum Völkermord der Türken an den Armeniern im Bundestag vorbereitet und durchgesetzt. Die deutsche Politik hatte sich zuvor -im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten - jahrelang um dieses brisante Thema gedrückt. "Das ist ein wichtiges Signal und bestätigt unsere Bemühungen", äußerte gestern Christoph Bergner, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundes-Innenministerium. Das Lehr- und Forschungsgebiet Christlicher Orient sei ein aktuelles Vermittlungsthema zwischen Islam und westlicher Welt. Gerade auch für die Politik besäßen die Studien hohe Relevanz.

 
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