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Loyal - Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2011

Christoph Bergner gehört zu jenen Politikern in Berlin, die das ostdeutsche Element in der Politik und in dem sich aufgeregt gebenden Betrieb auf eine traditionelle Weise verkörpern. Er arbeitet an der Sache orientiert, seit er 2002 in den Bundestag gewählt wurde.

Die Lage in den ostdeutschen Bundesländern wurde zu seinem Arbeitsgebiet. Er setzte das fort, seit er 2005 vom damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble zum Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium des Innern ernannt worden war. Auch Schäubles Nachfolger, Thomas de Maizière (CDU) und Hans-Peter Friedrich (CSU) hielten an Bergner fest. Dabei vermittelt Bergner nicht den Eindruck des politischen Karrieristen. Seinen Ministern stiehlt er nicht die Schau. Nun legte er - zusammen mit Friedrich - dem Bundeskabinett den Jahresbericht zum Stand der deutschen Einheit vor. Wie es sich für das Zusammenwirken von Minister und Parlamentarischem Staatssekretär geziemt, hatte Friedrich das Wort: "Der Aufbau Ost hat wesentlich zum erfolgreichen Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland beigetragen."


Bergner bekam unter Schäuble die Aufgabe des "Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten". Zu Helmut Kohls Zeiten hatte Horst Waffenschmidt (CDU) - auch er in der Funktion eines Parlamentarischen Staatssekretärs im Innenministerium - die Aufgabe mit einem gehörigen Maß an öffentlicher Wirkung versehen. Schäuble mag sich an die Bedeutung der Funktion erinnert haben, welche nicht zuletzt auch unter parteipolitischem Gesichtspunkt zu sehen war. Einst machte die SPD es Waffenschmidt zum Vorwurf, mit seinen Bemühungen um die deutschen Aussiedler, vor allem jenen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, in Wirklichkeit Stammwähler für die CDU zu gewinnen. Diese Zeiten freilich sind vorbei. Gleichwohl ist es für einen Parlamentarischen Staatssekretär von Bedeutung, in der Hierarchie eines Ministeriums ein fest umrissenes Arbeitsgebiet zu bekommen. Im Falle Bergners wurde der - mit dem Amtsantritt Friedrichs - sogar noch erweitert. Seit März 2011 ist der 1948 in Zwickau geborene CDU-Politiker auch - wie es im Handbuch der Regierung heißt - "Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer".


Bergner, der von der Ausbildung her Forst- und Agrarwissenschaftler ist, trat 1971 der Ost-CDU bei. Er blieb aber, heißt es, ein einfaches, das DDR-System ablehnendes Parteimitglied. Erst mit dem Fall der Mauer begann Bergner, sich im engeren Sinne politisch zu engagieren - zunächst im "Neuen Forum", dann in der CDU. Er kam in den Landtag von Sachsen-Anhalt. Die politische Wirren dort trugen zu seinem Aufstieg bei. Im Dezember 1993 wurde er Ministerpräsident. Im Jahr darauf verlor die CDU die Landtagswahl und Bergner sein Regierungsamt. Er übte die Funktion des Oppositionsführers aus. Es würde zum Stil und Verständnis Bergners von der Politik passen, wenn er auch dies als Staatsaufgabe ansieht.


GÜNTER BANNAS

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